Ein Bandlaufwerk an eine VM durchzureichen ist eigentlich nicht sonderlich schwer. Es muss nur auf ein paar Sachen geachtet werden.
Hintergrundwissen
ESXi kann Blockorientierte Geräte, wie z.B. ein Bandlaufwerk, nicht abstrahieren. Deswegen muss das Gerät eins zu eins durchgereicht werden. Dabei muss auf folgendes geachtet werden:
- Die gleiche ID am SCSI-Controller
- Der richtige Typ für einen SCSI-Controller (SAS/Parallel)
- VMWare Tools müssen auf dem Gastbetriebssystem installiert werden.
Nur so kann das Gastbetriebssystem korrekt mit der Hardware kommunizieren.
Vorgehensweise
Zuerst muss der Port des Gerätes am SCSI-Controller ermittelt werden. Folgende Schritte sind dafür nötig:
- vSphere Client Starten
- Host auswählen
- Unter dem Reiter Konfiguration den Menüpunkt Speicheradapter auswählen
- Den Controller suchen, an dem das gewünschte Gerät angeschlossen ist
- Den Laufzeitnamen notieren (in meinem Fall vmhba4:C0:T0:L0)
- Das Gastsystem ggf. ausschalten
- Das Gastsystem auswählen und über den Reiter Übersicht die Option Einstellungen bearbeiten wählen
- Hardware -> Hinzufügen…
- Typ: SCSI-Gerät
- Aus der DropDown Liste das gewünschte Gerät auswählen (in meinen Fall Band HP)
- Den Knoten des virtuellen Gerätes wählen:
Hier ist es wichtig das gleiche Target zu verwenden der unter Punkt 5 ermittelt wurde.
Die Notation lautet C<n>:T<n> für Controller und Target. Die Targetnummer muss die gleiche bleiben. In meinem Beispiel wäre also möglich (0:0), (1:0), ( 2:0) oder (3:0) .
Ich habe (1:0) gewählt. - Ist das Gerät angelegt worden muss der zugehörige SCSI-Controller ggf. noch auf die Hardware angepasst werden. Wird ein SAS-Controller verwendet muss als Controller-Typ “LSI Logic SAS” gewählt werden. Das Gastsystem kann sonst nicht korrekt mit dem Controller kommunizieren.
- Das System kann jetzt weiter konfiguriert werden.
Weitere Informationen
- Offiziell wird diese Funktionalität derzeit nicht von ESXi 5 unterstützt (unsupported Feature).
- Diverse Bandlaufwerke bereiten definitiv Probleme.
- Es ist ratsam, darauf zu achten, dass die Hardware von VMWare oder dem Hardwarehersteller unterstützt wird – im Fehlerfall ist man so auf der Sicheren Seite.
